Sie sind nicht angemeldet.

Ryden

Time to say Goodbye!

  • »Ryden« ist männlich
  • »Ryden« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 232

Spielt zurzeit: mit dem Abitur

Wohnort: Frankfurt aM

Beruf: Schüler

  • Nachricht senden

1

05.06.2011, 04:08

[Soundsupported] Becoming a Hero

Vorwort des Autors:

Meine mittlerweile zweite Story, die weitaus besser durchdacht sein wird als die erste, die niemals endete [...], möchte ich euch hier präsentieren. Obwohl ein gewisses Konzept bereits in meinem Kopf vorhanden ist, existiert nie mehr, als das, was ihr in diesem Thread seht, bitte das immer vor Augen halten.

Das Tag [Soundsupported], das dem werten Leser vielleicht aufgefallen ist, soll einfach bedeuten, dass ich euch Soundtracks zu der Story servieren werde, die in meinen Augen die Stimmung der Szene gut widerspiegeln. Ein Soundtrack wird immer durch das dreifache Plus-Zeichen [+++] gekennzeichnet. Die Plus-Zeichen beinhalten dann immer den Link zu dem Youtube-Video. Neue +++ lösen die alten dementsprechend ab. Die Musik soll nur eine Empfehlung sein, ihr könnt sie gerne auch gekonnt ignorieren ;)

Wenn ihr die Story lest, lest bitte auch alle Teile, damit jeglicher Sinn von allen Aktionen erkenntlich wird. Danach würde ich mich über etwas Kritik im Feedback-Bereich freuen, sei es nun Lob oder Lästerei ;)


Feedback bitte nicht in diesen Thread, sondern in den dafür vorgesehenen Feebackthread posten!

:arrow: Feebackthread

MiP Counter: 88/16

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ryden« (23.07.2011, 22:42)


Ryden

Time to say Goodbye!

  • »Ryden« ist männlich
  • »Ryden« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 232

Spielt zurzeit: mit dem Abitur

Wohnort: Frankfurt aM

Beruf: Schüler

  • Nachricht senden

2

22.07.2011, 19:38

Prolog

Wenn du tot bist, wirst du vergessen. Dein Leben bestimmt nur, wie lange die Erinnerungen an dich überdauern. Entscheide selbst, ob du dich wie jeder fügen wirst. Oder ob du ein Held wirst.

Spoiler: Prolog

+++

Stell dir vor, die Welt, wie du sie kennst, verändert sich. Wird gefährlicher, gar bedrohlich für den Menschen. Vielleicht findest du das interessant, versetzt dich in dieses Szenario und denkst darüber nach, wie es wäre, in solch einer Welt zu leben. Vielleicht bist du besonders, gar auserwählt. Vielleicht bist du aber auch nur ein genauso großer Tor wie ich, der dir von einer Vergangenheit erzählt, die für dich noch Zukunft ist.
Eine Vergangenheit, die du nicht glauben wirst, nicht glauben kannst.

Wir schreiben das Jahr 2208. Die Welt, wie du sie kennst, existiert nicht mehr. Seit dem 13. Januar 2176.
Schon Jahrzehnte zuvor hatten Forscher prognostiziert, dass Magnetstürme der Sonne die Erde treffen würden und für ein wenig Chaos sorgen könnten. Aber sie sorgten nicht für ein wenig Chaos. Es gibt kein Wort, um zu beschreiben, was damals geschah.
Die Magnetstürme brachten das natürliche Magnetfeld der Erde durcheinander - es veränderte sich und ließ alle Elektrischen Geräte kurzerhand abstürzen oder explodieren. Es beeinflusste außerdem die Vegetation der Erde. Pflanzen wuchsen um das tausendfache schneller und vertrieben Menschen aus ihren Städten. Tiere wuchsen und nahmen prähistorische Züge an. Man nannte die gefährlichsten unter ihnen Wyvern, da alle Lindwurmartige Körperstrukturen besaßen.
Automobile wurden nutzlos, da die Straßen aufgebrochen waren. Hochhäuser brachen unter der Gewalt von Erdbeben zusammen. Küstengebiete wurden überschwämmt. Die Schneegrenzen sanken, bald gab es selbst in Afrika eine Tundralanschaft.
Ganz Europa war ein einziges Gemisch aus Wald und Steppe, voll von Monstern, die die Menschen einfach fraßen und so nach und nach deren Anzahl dezimierte.

+++

Man besann sich auf die Vergangenheit: Wenn Maschinen und Elektrizität nicht mehr vorhanden waren, musste auf anderes zurückgegriffen werden. Waffen aus Metallen, die man nun entdeckte. Rüstungen, geschmiedet aus der Haut und den Schuppen erlegter Wyvern. Das Jäger und Sammler Zeitalter war zurückgekehrt.

Der Mensch machte sich die neue Welt nützlich: Durch das Fangen von Epiothen, die die Schiffe zogen, konnten Wasserwege enorm verkürzt werden. Mit Metallbeschichtung verstärkte Segelschiffe konnten auf Grund von minimalem Bodenkontakt über Sand fahren. Luftschiffe wurden errichtet, die die Menschen transportierten.
Bald schlossen sich mehrere Jäger zu einer Gilde zusammen. Sie befreiten die Bürger von Wyvernplagen und wurden somit Auftragsjäger, die halfen, wo immer es Probleme gab - und die gab es immer und überall.
Bald wurde das Projekt Data ins Leben gerufen - Wyvern sollten nun gefangen werden, damit man ihre Verhaltensweisen studieren konnte. Die Wissenschaftler Loc Lacs gaben von nun an auch solche Aufträge an die Gilde. Auch vermögende Privatleute waren begierig, ein Wyvern in ihrem Besitz zu wissen, sei es nur als Trophäe oder gar Haustier.
Das Leben als Jäger bot also gewisse Vorteile - man war nie arbeitslos. Aber wer wurde Jäger? Alle, die für ihr Leben kämpfen wollten. Denn hin und wieder griffen Monsterscharen Kolonien und Städte an, scheiterten dennoch auf Grund der Jäger, die die Wyvern unter Einsatz ihres Lebens bekämpften. Denn die Rüstungen schwächten zwar die Angriffe ab, waren aber dennoch kein vollständiger Schutz. Gegen manche Wyvern reichte so eine einfache Metallrüstung, andere Wyvern, die den Drachen ähnelten und genauso Feuer spieen, konnten davon nicht gebremst werden. Die Jäger unterteilten die Wyvern in Unterspezien und klassifizierten sie nach äußeren Merkmalen und ihrer Stärke - Wyvern erhielten Namen.

Alle, die für ihr Leben kämpfen, kommen in Nordafrika zusammen - in der Wüstenstadt Loc Lac.
Hier, im Zentrum der neuen Welt, leben diejenigen, die Monster erjagen. Hier leben die Monster Hunter.

______________________________________

Das war der Prolog. Nachdem ich mich endlich mal hingesetzt habe und losgeschrieben habe, ging es endlich mal flüssig. Kapitel 1 wird vielleicht sogar noch heute erscheinen. Aber auch nur vielleicht. Feedback im Feedback Thread (Link oben) ist immer gerne gesehen!
zum Lesen den Text mit der Maus markieren

MiP Counter: 88/16

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Ryden« (15.07.2012, 23:55)


Ryden

Time to say Goodbye!

  • »Ryden« ist männlich
  • »Ryden« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 232

Spielt zurzeit: mit dem Abitur

Wohnort: Frankfurt aM

Beruf: Schüler

  • Nachricht senden

3

23.07.2011, 18:04

Kapitel 1 - Sanagrius

Das einzige, was dich davon abhalten kann, ein Held zu werden, ist die Nacht. Aus ihr entschlüpfen die dunklen Kreaturen, die deinen Tod begehren. Und der Tod zieht dich in die Nacht.

Spoiler: Kapitel I - Teil 1


+++

San starrte zum Horizont. Die Sonne war längst untergegangen und ein blauer Schleier hatte sich über den Wüstensand gelegt. Der Mond und die Sterne strahlten heute außergewöhnlich hell, und so konnte er unfassbar weit sehen.
Der kleine lädierte Kreuzer hatte ihnen bisher gute Dienste erwiesen, obwohl San und sein Vater anfangs noch misstrauisch gegenüber Kangan, dem Anführer der Händler, gewesen waren. Als er dann aber gesagt hatte, er würde sie personlich begleiten, weil er selbst nach Loc Lac müsse, hatten sie den Kreuzer doch gekauft. San hatte die Händler am Rand der Wüste zwar nicht gemocht, doch mit Kangan verstand San sich gut. Obwohl er nicht viel redete hatte San bereits einiges über ihn erfahren können. Er war wohl acht Jahre älter als San, also 28, und hatte sich auf Grund seiner begnadeten Schützenfähigkeiten und seinem Sinn für ein gutes Geschäft rasend schnell von einem Niemand zum Leiter der Händler hochgearbeitet.

"Na, kannst du nicht schlafen?" Kam die unvermittelte Frage vom Bug des Kreuzers. Da er gerade 5 Mannslängen maß, konnte er von einer einzigen Person gesteuert werden. Aber da die Wüste keine zu umsteuernden Hindernisse aufbot, konnte der Kurs festgelegt werden und man erreichte das Ziel auch so, wenn genug Wind in die Segel blies.

"Scheint so." San verließ seinen Platz an der Reling und gesellte sich zu Kangan, der nach Westen starrte, wo die riesige Stadt auf sie wartete.
"Warum seid ihr auf dem Weg nach Loc Lac? Du und dein Vater seht mir nicht aus wie Krieger, die es in die große Stadt treibt, um Ruhm zu ernten." Kangan lachte kurz auf. "Oder sehe ich das falsch?"
"So halbwegs. Mein Vater war einmal Jäger, heute verabscheut er den Kampf. Wohl, weil er die alten Zeiten vermisst."
"Und du?" Zum ersten Mal während ihrer Unterhaltung blickte Kangan San mit seinem dunklen Augen an.
"Ich will kämpfen. Wir wurden von Wyvern aus unserer Heimat vertrieben, deshalb sind wir auf dem Weg nach Loc Lac. Ich will mithelfen, die Plagen zu bekämpfen."
"Nicht alle Wyvern sind Plagen, wie du sagst. Vergiss nicht, dass wir uns vielen von ihnen Bedienen, um besser leben zu können."
"Vermutlich hast du recht. Dennoch... Viele sind eine Gefahr für uns Menschen"- "Was noch lange nicht heißt, dass wir sie töten müssen", unterbrach Kangan ihn.
"Wie kommst du dazu, etwas derartiges zu sagen?!" San sprang auf.
"Ruhig. Du willst doch keine Schlafenden wecken, oder?" Er deutete mit dem Kopf zum Heck des Schiffes, wo Sans Vater in eine Decke gehüllt schlief.
San setzte sich.
"Es gibt Dinge, die du noch nicht verstehen magst, aber vermutlich bald verstehen wirst. Bis dahin -" er wandte senen Blick wieder zum Horizont und atmete kurz ein "Was zum?!"
San stand auf und blickte ebenfalls gen Westen. Und sah Feuer. "Ist das...?" - "Nein, nicht Loc Lac steht in Flammen. Das ist Me'Irb, ein Wüstendorf etwa drei Stunden von Loc Lac entfernt. Unser Kurs führt uns nicht dorthin." "Wir müssen nachsehen, was dort vor sich geht!" San lief zum Heck und änderte den Kurs geringfügig. Kangan lachte in sich hinein.

+++

Kurz darauf erreichten sie das Dorf, das lichterloh brannte. Die Flammen schlugen wild um sich und knisterten lauter, als man es gewohnt war. Das Dorf war nicht sonderlich groß, nicht viel mehr als eine Ansammlung von drei Dutzend Hütten um einen Dorfplatz herum. Lediglich eine Art Straße, die das Dorf in zwei Hälften spaltete, brannte nicht und gab einen Blick auf die andere Seite des Dorfes frei. Sans Vater war mittlerweile von selbst aufgewacht und betrachtete die Situation mit zusammengekniffenen Augen.
"Ich kann bei bestem Willen keine Überlebenden ausmachen", sagte Kangan, der etwas um das Dorf herumgelaufen war.
San nickte kurz. "Gehen wir noch einmal auf die andere Seite, danach hauen wir wieder ab. Ich mag keine brennenden Dörfer, von denen ich nicht weiß, wieso sie brennen." sagte Kangan ohne eine Spur von Ironie in seiner Stimme.
"Ich passe auf den Segler auf", erklärte Sans Vater nur kurz, als San und Kangan sich bereits etwas vom Schiff entfernt hatten und den gepflasterten Boden betraten.
"Was kann das verursacht haben?" fragte San unsicher. Es war unglaublich heiß und dennoch siegte Sans Neugier über den Verstand, der ihm riet, schleunigst von hier abzuhauen. "Vielleicht das da." Kangan deutete auf den anderen Ausgang des Dorfes. Etwas Großes lag dort und San vermochte auch Menschen zu erkennen, die um das Große Etwas herumstanden.
Beide beschleunigten ihre Schritte.

Drei mit Speeren bewaffnete Männer und eine weinende Frau, die auf dem Wüstenboden kauerte, empfangen sie.
"Was... Was ist hier geschehen?", fragte San beinahe atemlos, als er den sandfarbenen Wyvernkadaver sah, der vor ihnen lag. Zu Lebzeiten musste es wohl mehr als fünfzehn Mannslängen gemessen haben.
"Sanagrius", antwortete einer der Männer. "Sandleviathane, ähnlich den Lagiacri oder den Agnaktoren. Mit dem Feueratem haben sie unser ganzes Dorf vernichtet."
Kangan wurde wachsam. "Sie? Das heißt das hier ist nicht der einzige?!"
Der Mann schüttelte den Kopf. "Ein weiterer lebt noch. Er schwimmt dort drüben im Sand. Man kann seine Rückenflosse erkennen."
Kangan und San folgten dem ausgestreckten Arm des Mannes. "Ich kann nichts erk-", begann San, stoppte aber dann aprupt. Der Boden vibrierte mit einem Mal unfassbar heftig. Panisch drehten die Jäger sich im Kreis...
_______________________
Hier ein kleiner Cut. Das Kapitel hätte sonst über 10.00 Zeichen.
Unten gehts weiter!
zum Lesen den Text mit der Maus markieren

MiP Counter: 88/16

Ryden

Time to say Goodbye!

  • »Ryden« ist männlich
  • »Ryden« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 232

Spielt zurzeit: mit dem Abitur

Wohnort: Frankfurt aM

Beruf: Schüler

  • Nachricht senden

4

01.05.2012, 21:02

Kapitel 1 - Sanagrius

Spoiler: Kapitel I - Teil 2


+++

Kangan packte San am Kragen und sprang rückwärts auf den Steinboden, unmittelbar bevor der Sand explodierte. Mit einem ohrenbetäubenden Brüllen bohrte sich der Sanagrius aus dem Sand und riss die Frau und einen Mann, die noch auf Sandboden gestanden hatten, mit sich.
"Lauf!" schrie Kangan und sprintete in Richtung des Seglers am anderen Ende des Dorfes. San machte keine Anstalten, länger auf dem Boden zu bleiben und folgte ihm, so schnell er konnte. Mittlerweile verspeiste der Leviathan die beiden anderen Jäger mit einem Bissen. Dann entdeckte er die Flüchtigen. Erneut brüllte er und nahm Verfolgung auf.

Derweil hatten San und Kangan das Schiff erreicht.
Sans Vater war von Bord gesprungen und bereits dabei, den Segler anzuschieben. Er hatte sich die Rettungsleine umgebunden, um später noch sicher auf das Schiff aufspringen zu können. "Weg hier!" sagte Kangan knapp und sprang auf den Segler, der mittlerweile schon etwas in Fahrt war. Dann reichte er San die Hand und zog ihn hoch. Der Segler beschleunigte weiter. Dann wandte sich San um und sah zurück zum Dorfeingang, der nun gut fünfzig Mannslängen von ihnen entfernt war. Der Sanagrius war nirgends zu sehen.
Sans Vater war derweil bereits auf das Schiff geklettert und hatte die Rettungsleine abgelegt. "Ist das ein Sandleviathan?", fragte er atemlos. San und Kangan nickten. Das Schiff vibrierte.
"Er kommt." Kangan zog nicht die Armbrust von seiner Schulter, sondern eine Klinge, ähnlich einem Großschwert, es hatte nur eine Art Gewehrlauf an der Stumpfen Seite. "Habt ihr Waffen? Die wären jetzt nicht schlecht...", wandte er sich an San und seinen Vater. San nahm ein Langschwert von seinem Vater entgegen und sein Vater selbst bediente sich derselben Waffe. Sie positionierten sich an den Seiten und am Heck des Schiffes und warteten.

Dann wieder stärkere Vibration. Die Rückenflosse tauchte auf der Seite von Sans Vater auf und bewegte sich ruckartig zum Schiff hin. "Er versucht, uns seitlich zu rammen!", teilte Sans Vater mit und Hieb auf die Rückenflosse ein als diese nah am Schiff war. San hatte seine Seite bereits verlassen und war auf dem Weg zu seinem Vater. Dann traf der massige Körper des Leviathan auf die Holzflanke des Seglers und brachte ihn zum wackeln. Sans Vater stürzte vom Schiff. "Vater!" San eilte an die Seite und sah seinen Vater, der sich mit beiden Armen an die Rückenflosse des Sanagrius klammerte. An seinen Beinen berührte er leicht den Sand, der auf Grund der Geschwindigkeit wie Schmirgelpapier wirkte und Schürfwunden verursachte. Gerade als San seine Hand ausstreckte, drehte der Sanagrius ab und entfernte sich vom Schiff. "Nein!" San starrte zu seinem Vater, der noch immer die Rückenflosse festhielt. Dann tauchte der Sanagrius ab und Sans Vater wurde vom Sandboden robust gestoppt. Er überschlug sich mehrere Male und blieb dann verdeht liegen.

San stürzte zum Steuer und riss es herum, bis das Schiff in einem großen Bogen wendete. Er hielt auf seinen Vater zu.
Kangan nickte kurz und machte sich bereit, Sans Vater wieder hochzuziehen. Er legte sich die Rettungsleine um und legte sich auf den Bauch an die Seite des Schiffes, sodas sein Oberkörper über dem Boden schwebte.
Die grüne Rückenflosse tauchte erneut auf. Der Sanagrius umkreiste Sans Vater, dann tauchte er erneut ab. Noch hundert Mannslängen zu Sans Vater.
Der Sanagrius tauchte in einiger Entfernung wieder auf. Sans Vater lag jetzt genau zwischen dem Segler und dem Sanagrius, die genau aufeinander zuhielten.
Entschlossen hielt San, der am Heck stand und das Steuer fest umklammert hielt, den Kurs.
Der Segler erreichte Sans Vater zuerst. Zumindest sah es so aus, da der Sanagrius noch ein Stück weiter entfernt war. Kangan streckte beide Arme nach ihm aus, doch der schüttelte, noch immer am Boden liegend, den Kopf, und rollte sich mit einem Aufschrei ruckartig zur Seite, sodass er außer Reichweite von Kangans Armen war. Der Segler fuhr an dem am Boden liegenden Mann vorbei. "Was zum...?! Warum tut er das?!" stieß Kangan fassungslos aus.

+++

Für San bliebt die Zeit stehen. Eine Ewigkeit blickte er in die Augen seines Vaters und sah das Kopfschütteln wie in Zeitlupe. Ich sterbe. Konnte er an seiner Mimik lesen. Sam riss das Steuer erneut herum und wandte den Kopf zu seinem Vater. Der Sanagrius tauchte dort auf, wo sich der Segler genau jetzt befunden hätte, hätte San den Kurs nicht geändert. Er sprang der Länge nach aus dem Sand, pflückte Sans Vater mit dem Maul vom Sandboden und verschwand mit ihm im Sandboden.

San ließ das Steuer los. Sein Mund öffnete sich und er wollte schreien, doch er konnte nicht. Kein Laut drang aus seiner Kehle. Ich sterbe. Kopfschütteln.
Sein Vater konnte nicht tot sein! Er konnte das nicht akzeptieren... Und doch tat sein Verstand genau dies.
Sein Vater war tot. Gerissen aus seinem Leben. Einem Leben, dass sie in Loc Lac fortführen wollten!
Sein Vater war tot. Wegen ihm. San hatte nach der Siedlung sehen wollen. San war Neugierig gewesen. Und das hatte seinen Vater das Leben gekostet. Er hatte seinen Vater getötet. Tränen rannen aus seinen geöffneten Augen und er sank auf die Knie.
Kangan kam zu ihm und übernahm das Steuer. "Er hat uns gerettet. Der Sanagrius verfolgt uns nicht mehr." San wusste das. Sein Vater hatte gewusst, dass der Sanagrius das Schiff augenblicklich zerstören würde, wenn sie ihn retteten. Deshalb hatte er sich weggerollt. Als Köder. Er hatte sich geopfert, damit San und Kangan leben konnten. San ballte beide Hände zu Fäusten und Hieb mit einem Aufschrei auf den Holzboden.
"San..."
Seine Welt brach zusammen. Seit seine Mutter bei seiner Geburt gestorben war, hatte San nur seinen Vater gehabt. Er war für ihn eine Familie. Nur er. Dazu hatte es nie eine Mutter gebraucht. Und jetzt... War er weg, und würde nie wieder kommen. War tot.
Er stand auf, ging zum Bug und ließ sich dort nieder.

Er warf einen letzten Blick zurück zu der Stelle, wo sein Vater gestorben war. Wo die Bestie irgendwo im Sand schwamm. Doch er sah nur entfernt das brennedene Dorf.
_____________________________________
Herrgott, ich habe mich in Rage geschrieben! Das war Kapitel eins, voller Action und Trauer. Feedback bitte in den Feedbackthread, Link oben. Mehr kommt bald!
zum Lesen den Text mit der Maus markieren

MiP Counter: 88/16

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Ryden« (01.05.2012, 21:00) aus folgendem Grund: Links gefixt ;)


Ähnliche Themen